11.10.02

Müssen Computer eigentlich so aussehen und funktionieren, wie sie das seit dreißig Jahren tun?

Ein hoch interessantes Interview in CIO Insight mit dem Yale-Informatikprofessor und Unternehmer David Gelernter, der glaubt, dass die Art, wie Computer Information anordnen und darstellen, durch eine "Erzählstruktur" ersetzt werden sollte. Das würde dann einen zeitlich ablaufenden Strom von Informationen ergeben, die umstandslos nach Themengebieten neu geordnet werden können.

Das ausführliche Gespräch berührt viele Bereiche - von den Schwächen traditionellen Wissensmanagements und Computerdesigns bis zu Themen wie Privatsphäre und Kontrolle über die eigenen Informationen.

Nicht immer leicht zu verstehen, aber definitiv spannend und "out of the box". Die Entwicklungen von Gelernters Firma "Mirror World Technologies" stehen auf der länger werdenden Liste der Dinge, die ich mir mal genauer ansehen muss.
Deutsche Telekom. Eine Woche seit Beauftragung meines Telefonanschlusses - ein Nachfassanruf ist faellig.

Nach zehn Minuten ist klar, dass der Auftrag nie angekommen ist. Nach zwei Stunden habe ich von vier Kundenberater/inne/n vier verschiedene Auskünfte, was technisch zu tun ist und wie lange das jetzt noch mal dauert. Eine dieser "Beraterinnen" hat den Hörer aufgeknallt, als ich zum zweiten Mal bezweifelte, dass bei einem ISDN-Anschluss, der vor zwei Wochen für jemand anderen wunderbar funktionierte, ein Techniker kommen müsste, zwei anderen habe ich meine Kontodaten gegeben (die eine letzte Woche zählen wir mal gar nicht erst) -- und mir kommen vor Wut die Tränen.

Wenn je eine Firma Wissensmanagement ganz dringend gebraucht hat, dann diese.

10.10.02

Thomas Stewart in Business 2.0 über Globalization of Talent. "Der freie Fluss intelligenter Menschen über Grenzen hinweg kommt beiden Seiten zugute. Zu schade, dass Sicherheitsbedenken diesen Fluss verlangsamen." (via Martin Röll).

Kann ich nur unterschreiben, aber aufhalten werden sie ihn nicht, dafür brauchen heutige Ökonomien diesen Austausch viel zu sehr.

Thomas Stewarts Intellectual Capital: The New Wealth of Organizations ist übrigens eines der besten Bücher über Wissensmanagement, das ich kenne, sein neuestes, The Wealth of Knowledge, habe ich noch nicht gelesen.

9.10.02

Business Intelligence wird von Linguadict wahlweise als "Betriebsspionage" oder "Wirtschaftsnachrichten" übersetzt - tatsächlich deckt der Begriff das weite Feld des Erkenntnisgewinns zwischen diesen Polen ab. Die Schwammigkeit des Konzepts mag zu mancher Verwirrung innerhalb von Unternehmen beigetragen haben: Was wollen sie eigentlich erreichen, welche Quellen sind sinnvoll zu koordinieren, und welche Strukturen und Werkzeuge braucht man dafür?

Vermutlich sind nicht alle der Tools, die das Intelligent Enterprise Magazine in seiner unabhängigen Marktübersicht aufführt, auch für den deutschen Markt erhältlich, aber die Systematik, die dem einzelnen Unternehmen zur Analyse, Bewertung und Auswahl empfohlen wird, ist allemal nützlich. (Via Synapshots)
Natürlich lieben wir alle Google und Daypop, aber wenn's um speziellere Fragen geht, sind manchmal auch andere Suchmaschinen und Verzeichnisse gefragt. Al Macintyre liefert einen guten Einstieg, in dem vermutlich jede/r noch etwas Neues findet. Für meinen derzeitigen Auftraggeber recherchiere ich unter anderem Kooperationen mit Suchmaschinen; für erste Informationen war besonders Search Engine Watch hilfreich.

7.10.02

Falls jemand Forrester Reports über Universität, Arbeitgeber oder sonstige Quellen kriegt, dürfte dieser Artikel interessant sein (falls nicht, sind die Kosten prohibitiv). John Robb zitiert aus "Managing Business Velocity at the Edge":

General Electric recently touted it 'corporate cockpit' of key business metrics -- viewable by only 45 executives across the company. But a $125 billion company with 300,000 employees can scarcely turn on a dime with that degree of information hoarding.

Employees are the early warning systems of business change.... Weblogs capture and cultivate knowledge, opinion, news about customers, technology, and markets.

Teams: Encourage Weblogs of evolving ideas. To harness internal expertise, firms should encourage employees to link their ideas to external supporting evidence using weblogs. For example, an engineering team at Motorola can bolster internal R&D thinking with outside expertise -- like Glenn Fleishman's Weblog on 802.11b standard for personal wireless technology.

The person-to-person connections enabled by IM, shared workspaces, and weblogging confound published system-based communication paths -- like approval processes, lead routing, and technical problem escalation. The result is a behavior change at every level. Executives must accept that the best information may pop-up in the virtual hallway.

6.10.02

Make Learning Matter: Become a Learning Organization. Susan M. Heathfield gibt einen guten Überblick über Peter Senges verdient einflußreiches Buch "The Fifth Discipline", bevor sie konkrete Vorschläge macht, wie ein Unternehmen zu einer Lernenden Organisation umgestaltet werden kann.