17.11.02

Netzwerkanalyse mal anders: Hier "Who is [eigener Name]?" eingeben, und dann ziemlich erschrecken, dass da eine ziemlich vollständige Liste der Leute, mit denen man netzöffentlich in Verbindung steht, auftaucht.

Gut für Info-Sucher, aber trotzdem bin ich da tatsächlich mal froh über meinen 08/15-Namen, der mich mit vier oder fünf anderen Andrea Janssens in einen Topf wirft...

Gefunden bei Rageboy, der der Sache noch einen ganz anderen Dreh gibt: Selber gucken!
Zurück aus London. Regen, schlecht geheizte Hallen und ein Feuerwehrstreik, dem sich die Public Transport-Angestellten solidarisch erklärten - irgendwie kam mir das alles noch bekannt vor. Aber auch Glücksmomente bei Treffen mit alten Freunden, oder beim Spaziergang über die Millennium Bridge. Ich bin also froh, dass ich gefahren bin, und das nicht wegen des großen Haufens bunt bedruckten Papiers, der jetzt auf meinem Schreibtisch liegt. Weil die Arbeit drängt, nur ganz kurz ein paar Highlights.

Die K-Blogger fanden einander, und Ton Zijlstra (Interdependent Thoughts) und Sam Marshall (Intellectual Capital Punishment) haben jetzt Gesichter und Stimmen - da entsteht so etwas wie ein europäisches Netzwerk. Was zu zwei Plänen geführt hat:

1. Das KnowledgeBoard, schon früher hier vorgestellt, wird in Zukunft mehr von mir hören.

2. Der Trend geht zum Zweitblog. Nachdem wir David Gurteen getroffen hatten, brüteten Martin Röll und ich, beide nur bedingt glücklich mit der Idee eines gemischtsprachigen Blogs, die Idee aus, in ein paar Wochen eine englischsprachige Kollaboration zu starten. "Flying K-Rolls made in East Germany"? Nee, vielleicht doch noch noch mal über den Namen nachdenken. Stay tuned!

Außerdem sehr inspirierend: Eine Präsentation von Tony de Bree, Project Manager eTrust bei ABN Amro: "A practical, inter-disciplinary approach for implementing the learning organisation". Wissensmanagement klar in einen dynamischen Strategieansatz eingebunden, der nie das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus dem Blick verliert. Und genau dieser pragmatische Blick ist es, der Beziehungen und Vertrauen in einer Firma in den Mittelpunkt rückt: Erst dadurch werden erfolgreiche Kollaboration und Veränderung möglich.

12.11.02

Wissenschaft für alle - zwei Varianten, die deutsche und die amerikanische.

In Deutschland fordern Grüne eine Publikationspflicht für Professoren im Netz (via Heise Newsticker). Wer hat nicht schon mal sechs Wochen auf einen Aufsatz aus einer anderen Unibibliothek gewartet - öffentlich geförderte Wissenschaft sollte auch in Zeiten knapper Anschaffungsetats öffentlich zugänglich sein. Aber per Pflichtpublikation? Davon hätte niemand was. Wir haben eh schon das Problem, in der Flut der Veröffentlichungen die Spreu vom Weizen zu trennen, und das geht sehr stark über Peer Review und Veröffentlichungsort. Selbstorganisierte Ansätze, also Netwerke, die eine Wissensallmende schaffen, sind da viel anziehender. Ein älterer Heise-Artikel hat gute Links zu solchen Netzwerken.

Was auch gleich ein Kommentar ist zum DSpace des MIT: Der Durchbruch ist hier nicht, wie in der eigenen Technology Review vollmundig besprochen, dass jeder MIT-Aufsätze lesen kann - so etwas gibt es auch woanders. Dass eine einzelne renommierte Universität das Ganze aber bewusst als Open Source Projekt anlegt, so dass es problemlos von anderen Institutionen übernommen und vernetzt werden kann, das weist in die richtige Richtung.