8.12.02

Mit einiger Verspätung eine Reaktion auf Ton Zijlstras Graswurzel-Post.

Als Beraterin hatte ich einmal in einem Großunternehmen zu tun, das für seine hoch spezialisierten Ingenieure und technischen Mitarbeiter Communities of Practice eingeführt hatte. Die waren in ein wunderschönes Unternehmensportal eingebunden, und ein Team von sechs Wissensmanagern dachte über Kollaboration nach, führte immer neue Software ein, evangelisierte, wertete aus... das Problem war nur, dass da nichts mehr auszuwerten war: Die meisten Communities waren schon monatelang tot.

Während die sehr intellektuellen, wissenschaftsorientierten Wissensmanager über Strukturen und Messungen nachdachten, standen für andere Mitarbeiter andere Aspekte im Vordergrund: Die Communities waren mit der Fusion dreier Unternehmen eingeführt worden, und waren sehr hilfreich gewesen bei der Überbrückung von Unterschieden und der Verständigung auf gemeinsame Vorgehensweisen. Das lag mittlerweile aber in der Vergangenheit - in der Gegenwart dagegen schien niemand einen klaren Nutzen in den Communities zu sehen. Und es war offensichtlich auch keiner auf die Idee gekommen, mit Mitarbeitern zu reden, sie zu fragen, welche Probleme ihnen am Herzen lägen.

Ich war beeindruckt von Tons Offenheit, und ich sehe, dass genau diese Offenheit es ist, die Kommunikation und Veränderung ermöglicht. Um etwas zu verändern, braucht man gute Gründe - und dass da ein Knowledge Manager sitzt und etwas will, ist keiner. Von dem abstrakten Begriff "Knowledge Management" wegzugehen und hin zu dem Punkt, wo Kommunikation und Austausch die Arbeit und der Kollegen einfacher und erfolgreicher machen, ist ein viel besserer Ansatz. Graswurzel-orientiert, wie Ton auch schreibt, aber es sind diese kleinen erfolgreichen Projekte, von denen die, die dabei waren, auch gerne erzählen. Und solche Erfolgsgeschichten sind der größte Anreiz für andere, sich auf ähnliche Experimente einzulassen.

2.12.02

Eine gute Präsentation über den Stand von "reputation systems". Rückmeldung und Kommentare erwünscht. Außerdem ein Link zu einer Einführung auf Kuro5hin.

(Dan Dixon, über Matt Jones)
Die Keynotes der KM2002 (Wiig, Stewart, Snowden, Holtshouse, Sveiby, Davenport) sind im Netz (Dank an Synapshots). Dazu auch Ton Zijlsta über Karl Sveibys Vortrag. Schon etwas länger online: Weitere Präsentationen von der KM Europe.