14.12.02

Da hat die Kommission, die das Versagen der amerikanischen Geheimdienste vor dem 11. September erforschen soll, doch innerhalb von zwei Tagen beide Vorsitzenden verloren. Nach Mitchell am Mittwoch (dem angeblich nicht klar gewesen war, wieviel Arbeit die Kommission bedeuten würde) hat Henry Kissinger gestern sein Amt niedergelegt, weil der Posten nicht mit seiner Consulting-Tätigkeit vereinbar sei. (Washington Times)

Niemand hat Kissinger für die Idealbesetzung gehalten, und die Familien der Opfer begrüßen den Rücktritt. Trotzdem - von den Äußerlichkeiten, die sie jetzt anführen, haben die beiden vorher gewußt. Was bewegt sie, innerhalb so kurzer Zeit den Posten wieder abzugeben?

13.12.02

"Peter Drucker argued that 'there is nothing so useless as doing efficiently that which should not be done at all.' Adding new media and new technologies to existing practices will not change the consumer mindsets of learners and workers. We need to explore new computational media based on fundamental aspects of how we think, create, work, learn, and collaborate. It simply is not good enough to spend money on new technologies and then to use it in old ways. New tools should not only help people to do known cognitive tasks more easily, but they should lead to fundamental alterations in the way problems are solved."

Gerhard Fischer argumentiert in dem First Monday-Aufsatz "Beyond Couch-Potatoes: From Consumers to Designers and Active Contributors" für ein kontinuierliches "Beteiligungsspektrum" je nach Grad des persönlichen Interesses:

"Computational media can have the same fundamental impact on our individual lives and our societies as reading and writing had to move us from oral to literal societies. The true contribution of computational media might be to allow all of us to take on, or incrementally grow into a designer role in areas that we consider personally meaningful and important so we do not mind additional efforts."

Was kaum irgendwo so sichtbar ist wie unter Webloggern. Die Online-Gemeinde ist offen für verteilte Diskussionen und Lösungen. Bei Unternehmen ist das Bild noch durchwachsen - aber wer kann es sich auf Dauer schon leisten, ohne soviel zusätzliches Engagement auszukommen?
Schluss mit Pop Ups! Ich war schon drauf und dran, nur deswegen auf Mozilla umzusteigen, aber Netscape 7.01 ist mit der Option ausgestattet, Pop Ups zu unterdrücken. Erste Testklicks sorgen für Glücksmomente.

12.12.02

The virtual Chautauqua: Online-Diskussionen zum Beispiel mit Howard Rheingold (viaSynapShots).

Vom 15. bis 30. Dezember ist Jody Lentz (Lego Serious Play) der erste Gast. "Based on research that shows that the learning that happens during "play" produces a deeper, more meaningful understanding of the world and its possibilities, LEGO SERIOUS PLAY is a quick, practical and effective process that can work for everyone within the enterprise. Participants come away with skills to express themselves more effectively, to engage their imaginations more readily, and to approach their work with increased confidence, commitment and insight." Das hat schon auf der KM Europe ziemlichen Zulauf gefunden.

Die Registrierung ist umsonst.

11.12.02

Ist Weisheit käuflich? Peter Merholz schreibt über das Scheitern von Software-Implementationen und trifft einen Nerv.(via Serious Instructional Technology)

Beratungskunden gehen häufig davon aus, dass mit einem Pflichtenheft in der Hand nur noch die Software ausgewählt werden muss, die diesen Aufgaben gewachsen ist - den Rest wird dann schon die Weisheit des Programms, sprich der Softwarefirma erledigen.


(Grafik peterme.com)

Tatsächlich ist das aber nur der erste Schritt in einem Adaptationsprozess ("Gather requirements and assumptions"). Ein Programm, das prinzipiell alles kann, was es können muss, wird darum noch lange nicht auch tatsächlich benutzt. In welche konkreten Arbeits- und Kommunikationsprozesse muss eine Software eingebunden werden, damit sie Arbeitsgänge vereinfacht, statt zusätzliche Hürden aufzubauen? Diese Frage kann nur von den Nutzern selbst beantwortet werden. Und auf eben diese spezifischen Antworten muss die Benutzeroberfläche einer Software zugeschnitten werden.

Die Hersteller von Unternehmenssoftware werden die Trennung von Funktionalität und User Interface voran treiben müssen. Kunden haben einen Anspruch auf maßgeschneiderte Lösungen - aber dafür müssen sie auch, ob unterstützt von Beratern oder auf eigene Faust, mehr Verantwortung übernehmen.

10.12.02

Eine sehr materialreiche Ressource zu nutzerfreundlichem Internetdesign: Universal Usability in Practice
Schnäppchen zu Weihnachten gefällig? Voila - der Elktåuer. Nach inoffiziellen Verlautbarungen aus der deutschen Unternehmenszentrale mag IKEA nicht mehr zusehen, wie ALDI mit einem Super-PC nach dem anderen im Vorweihnachtsgeschäft abräumt. Nun will das bekannte Möbelhaus ebenfalls Computer anbieten. Die Produktbeschreibung sieht jedenfalls vielversprechend aus:


(per e-mail von Frank, der morgen ohnehin zu Ikea wollte, im Netz dann über den Holger auf 8ung gefunden)

9.12.02

Communities of Practice II. Von Diane LeMoult eine Zusammenfassung der Erfahrungen, die sie bei der Arbeit mit Siemens' Communities of Practice gewonnen hat. So viele gute Beobachtungen und wichtige Fragen, dass ich gar nicht erst anfange, Auszüge zu zitieren: "How to Make a CoP Fly". (Via Column Two)

8.12.02

Mit einiger Verspätung eine Reaktion auf Ton Zijlstras Graswurzel-Post.

Als Beraterin hatte ich einmal in einem Großunternehmen zu tun, das für seine hoch spezialisierten Ingenieure und technischen Mitarbeiter Communities of Practice eingeführt hatte. Die waren in ein wunderschönes Unternehmensportal eingebunden, und ein Team von sechs Wissensmanagern dachte über Kollaboration nach, führte immer neue Software ein, evangelisierte, wertete aus... das Problem war nur, dass da nichts mehr auszuwerten war: Die meisten Communities waren schon monatelang tot.

Während die sehr intellektuellen, wissenschaftsorientierten Wissensmanager über Strukturen und Messungen nachdachten, standen für andere Mitarbeiter andere Aspekte im Vordergrund: Die Communities waren mit der Fusion dreier Unternehmen eingeführt worden, und waren sehr hilfreich gewesen bei der Überbrückung von Unterschieden und der Verständigung auf gemeinsame Vorgehensweisen. Das lag mittlerweile aber in der Vergangenheit - in der Gegenwart dagegen schien niemand einen klaren Nutzen in den Communities zu sehen. Und es war offensichtlich auch keiner auf die Idee gekommen, mit Mitarbeitern zu reden, sie zu fragen, welche Probleme ihnen am Herzen lägen.

Ich war beeindruckt von Tons Offenheit, und ich sehe, dass genau diese Offenheit es ist, die Kommunikation und Veränderung ermöglicht. Um etwas zu verändern, braucht man gute Gründe - und dass da ein Knowledge Manager sitzt und etwas will, ist keiner. Von dem abstrakten Begriff "Knowledge Management" wegzugehen und hin zu dem Punkt, wo Kommunikation und Austausch die Arbeit und der Kollegen einfacher und erfolgreicher machen, ist ein viel besserer Ansatz. Graswurzel-orientiert, wie Ton auch schreibt, aber es sind diese kleinen erfolgreichen Projekte, von denen die, die dabei waren, auch gerne erzählen. Und solche Erfolgsgeschichten sind der größte Anreiz für andere, sich auf ähnliche Experimente einzulassen.