21.12.02

Möglichkeiten

"The hinterlands are full of bloggers who don't care whether Trent Lott is nice to them or not. That makes them different from the Washington press." Heh. (AJ zitiert Dave Winer zitiert Washington Post zitiert Glenn Reynolds)

und Grenzen

"Posting information or opinions on the Internet is not much different from publishing in a newspaper, and if the information is defamatory, compromises trade secrets, or violates copyright or trademark regulations, the publisher could face legal claims and monetary damages. (...) 'Many a career has been ruined by blasting off an angry diatribe whether in person or in cyberspace.'" (Jennifer Balderama in der Washington Post)

von Weblogs.

Da das in niemandes Interesse liegt, sollten Unternehmen, in denen (bzw. von deren Mitarbeitern) Weblogs geschrieben werden, über Spielregeln nachdenken. Ziel ist, so viel Diskussion und Wissen wie möglich zugänglich zu machen, ohne dabei Betriebsgeheimnisse zu verraten oder größere Konflikte auszulösen. Welche Art von Veröffentlichung ist auch innerhalb der Firewall nur bestimmten Personen vorbehalten? Was darf nicht in einem öffentlichen Weblog stehen? Zitiert wird dann die Policy von Groove. Das Recht von Mitarbeitern auf freie Meinungsäußerung wird geachtet, aber Groove bittet die Blogger, zu beachten, dass Leser sie als "inoffizielle Unternehmenssprecher" betrachten könnten, und behält sich vor, sie von Fall zu Fall um Stillschweigen zu bitten.

20.12.02

Minimalbloggen, weil ich die Zeit brauche, um meinen Umzug auf Movable Type etwas zu beschleunigen (um Weihnachten herum ist es soweit). Aber Lilia Efimova hat fantastische Quellen zum Thema Change Management, die ich nicht verlieren möchte: ein Zitat aus The Dance of Change, und Diane Dormant über Innovation, verschiedene Akzeptanzstadien, und welche Strategien dazu passen. Ja, wenn das ihr Thema für BlogTalk wird, freu ich mich drauf.
Ad Hominem. The Sociology of IQ. Chris Locke on All the News That Didn't Fit. Eine Weblog-Kolumne auf Corante: brilliant und witzig, Rageboy sanitized.

19.12.02

"Benkler suggests that we are seeing the broad and deep emergence of a new, third mode of production in the digitally networked environment. He calls this mode "commons-based peer production" to distinguish it from the property- and contract-based modes of firms and markets. Its central characteristic is that groups of individuals successfully collaborate on largescale projects following a diverse cluster of motivational drives and social signals, rather than either market prices or managerial commands." (context weblog über "Coase’s Penguin, or, Linux and The Nature of the Firm" von Jochai Benkler)

Warum dieser Modus unter bestimmten Bedingungen große Vorteile hat, und was das für Ökonomien bedeutet, ist - trotz 73 Seiten - spannend zu lesen.

Daran angehängt noch ein Link zu Creative Commons, nämlich die Animation, die Hintergründe und Nutzen erklärt. (via Scripting News)
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Darauf klicken sollte man aber unbedingt. (Kategorie Off-Off-Topic, vielen Dank an Elliot, der mir den Lacher des Tages verschafft hat)

18.12.02

Der Business Weblog Markt kommt ins Rollen. Traction verkauft spezifische Anwendungen für Competitive Intelligence und Marketing-Arbeitsgruppen. (Via InfoWorld, siehe auch virtuelle projekte)

Die hohe Datensicherheit, und Funktionen wie etwa automatisierte Executive Summaries, Marker und die Möglichkeit, laufende Annotationen in Texte einzufügen, sind für eine Business-Applikation sinnvoll. Vorteil auch: Traction verspricht, dass das System in einer Stunde steht - MT, Manila und Radio haben ähnliche Fähigkeiten, aber keine Fertiglösung.

Investition und Bindung sind jedoch reichlich hoch für ein Unternehmen, das firmeninterne Weblogs erst einmal ausprobieren will. Wer noch herausfinden muss, wie Klogs in die Unternehmenskultur passen könnten - also fast jeder - ist mit einer offeneren Testphase besser bedient.

17.12.02

Auf Knowledge Board ein zweiteiliger Aufsatz, ebenfalls von Sebastien Paquet, über Personal Knowledge Publishing and its Uses in Research. Nach all den Artikeln, die immer nur das Gleiche wiederkäuen, endlich mal einer, der den Schwerpunkt auf Klogs legt und auch Dinge und Weblogs erwähnt, von denen zumindest ich noch nichts gewusst hatte. (via SynapShots)
Seb Paquet hat eine Social Software-Wiki-Seite eingerichtet, die Tools, Ideen und Menschen vernetzen soll.

Creative Commons kommt dem Ziel einer kreativen und sozialen Weiterentwicklung des Copyrights näher. Gestern hob es sein erstes Produkt aus der Taufe, maschinenlesbare Copyright-Lizenzen. Sie erlauben Urhebern, ihr Werk unter selbst gewählten Bedingungen und Einschränkungen in die Public Domain zu stellen. Auch die Lizenz ist umsonst. (via OLDaily)

Ebenfalls auf randgänge ein Hinweis auf ideagraph, ein neues Tool, das deutlich über die übliche "abgeschlossene" Mindmapping-Software hinausgeht.

"(S)ome examples of potential uses :
* idea brainstorming and development
* idea communication
* knowledge sharing
* project planning
* document organization
* semantic web blogging
* syndicated news reading, processing and republishing"

Eine Alpha-Version ist herunterladbar, Entwicklungsvorschläge erwünscht.
Wien 2003. Die Weblog-Konferenz wird konkret: Ankündigung und Call for Participation, via randgänge.

16.12.02

Spike Hall seziert Bedingungen und Faktoren des Wissenserwerbs. Seine drei Hypothesen dazu, wie Klogs (Wissens-Weblogs) den Wissenserwerb beeinflussen:

1. Klogging führt zu schnellerem und umfassenderem Wissenserwerb als rein rezeptives Lernen.

2. Zusätzliche Instrumente, wie die Benutzung von News-Aggregators, Leserkommentare, oder automatisierte Google-Suchen verbessern den Lernerfolg weiter.

3. In einer Gruppe, in der die Mitglieder entweder von anderen Mitgliedern vorgeschlagen werden oder sich an bestimmte Regeln halten, ist der Lernerfolg wie auch die Fähigkeit der einzelnen, Gedanken zu entwickeln, noch größer.

Das sind die Stufen der bewussten Reflektion, des Einholens von zusätzlichen Informationen, und des Erfahrungsaustausches. Die dritte Hypothese trifft auf firmeninterne Klogs, in denen Kollegen über ein Arbeitsgebiet reflektieren, sicher zu. Der Austausch unter Experten ist nicht zu ersetzen, und auf hohem Niveau oft nur in geschlossenen Gruppen möglich. Aber nicht zu vergessen: Durch ihre unstrukturierte Form liegt die Stärke von Klogs eher in der Entwicklung von Gedanken und Innovation, und die ist auf Außeneinflüsse und verrückte Einfälle angewiesen. Keiner Gruppe tut es auf lange Sicht gut, wenn sie völlig geschlossen ist.
2002 - die Ideen des Jahres aus Sicht der New York Times. Viele schöne kleine Artikel über neue Entwicklungen, von technologisch über lustig bis befremdlich. Auch eine unterhaltsame Studie darüber, was die Kontinente doch noch unterscheidet.